Windfarbe und Veränderungen am Auge beim Islandpferd
[05.09.2012 • Autor: K.-H. Frie]


Multiple congenital ocular anomalies (MCOA) syndrome

Die Vermutung wurde schon in zahlreichen Publikationen angesprochen.
Beim Rocky Mountain Horse wurde festgestellt, dass homozygot windfarbene Pferde schwere Augendefekte haben können.
Betroffene heterozygote Pferde zeigen nur geringfügige Veränderungen und sollen in ihrer Sehfähigkeit nicht eingeschränkt sein.
Für den Laien sind die Veränderungen nicht feststellbar.


Die Pferde (phänomenologisch Windfarben) können wie folgt erfasst werden:

Gruppe 1: Pferde ohne optisch feststellbare Augen-Abnormität ('clear eyes')
Gruppe 2: Pferde mit Zysten (Cysts) im Glaskörper des Auges
Gruppe 3: Pferde mit (MCOA), d.h. mit multiplen Augen-Anomalitäten

Beim Rocky Mountain Horse wird eine Augenuntersuchung für Zuchtpferde empfohlen.

Einige geschichtliche Aspekte zum Thema

Quelle:Henriette Arriens -
Farben und Farbvererbung beim Pferd -Islandpferde-( Windfarbenfaktor/Geschichte und Verbreitung)     
http://www.pferdefotos.de/html/tierbuchverlag.html

1886 wurde in den USA ein Stutfohlen namens Trot31 beim American Shetland Pony eingetragen (ihre Eltern Jeff und Budge waren aus Großbritannien importiert worden). Sie hatte eine bis dahin nie gesehene, einzigartige Farbe, die als "fawn" (wie ein Rehkitz, hell gelblich braun) umschrieben wurde. Ihr 1897 geborener Enkelsohn Chestnut war ein sehr gefragter Deckhengst und gilt als Stammvater der "silver dappele chestnuts" (silberig geäpfelte Füchse), so genannt, um sie von den "flaxen chestnuts" ("blonden Füchsen") zu unterscheiden.

Der Ursprung der Mutation dürfte weiter zurückliegen.
The PMEL17, exon 11, mutation has been detected in an ancient sample recovered from South Siberia. Radiocarbon dating of this sample revealed that the Silver phenotype was present as early as 800 years BC

Quelle:Multiple congenital ocular anomalies in Icelandic horses

Untersuchung an 24 Islandpferden

Mit dem Einverständnis der Pferdebesitzer wurde in Schweden nun eine Untersuchung durchgeführt. Die Untersuchungen wurden von der Ethikkommission für Tierversuche in Uppsala, Schweden, genehmigt.

Insgesamt wurden 24 registrierte Islandpferde untersucht.

4   Pferde homozygot (ZZ)
17  Pferde heterozoygot (Zz)
3   Pferde nicht windfarben(zz)(für Kontrolluntersuchungen)

Das Ergebnis der Untersuchung
4   homozygote Pferde (ZZ) zeigten starke Auffälligkeiten
14  heterozoygote Pferde (Zz) zeigten geringe Auffälligkeiten
3   heterozoygote Pferde (Zz) zeigten keine Auffälligkeiten
3   Pferde nicht windfarben(zz) keine Auffälligkeiten


Die schwedische Forschungsarbeit wurde am 26. Mai 2011  publiziert.
Quelle:Multiple congenital ocular anomalies in Icelandic horses

Hier gibt es noch dringende Nachfragen:

Geben symptomlose Pferde den Fehler weiter?
Ist die Mutation in allen Rassen identisch?
In welchem Verwandtschaftsverhältnis stehen die untersuchten Pferde zueinander?
Wurde ein Homozygot-Windfarben-Braunes z.B. (EeAaZZ) Pferd untersucht?

Wurden auch Pferde mit der Grundfarbe Fuchs z.B.(eeAaZz), die das Windfarbgen tragen, untersucht?

Geninfo - für Fuchs mit Windfarbgen: eeAa Zz

Was ist mit den Nachkommen dieser Pferde?


Da noch ein Gentest für das (MCOA)Syndrom fehlt und die Frage, inwieweit symptomlose Pferde (MCOA) weitervererben, nicht geklärt ist, sind auch voreilige Schlussfolgerungen nicht angebracht, doch die festgestellten Auffälligkeiten an den Augen der untersuchten homozygoten Pferde erfordern ein umsichtiges Handeln.








Artikel suchen
Suchen nach:

Familientreffen

Hengste und ihre Nachkommen
• Hengst-Rubriken
• Hengst-Liste
• Allgemeine Infos

Frühlingserwachen

Tranings-Tipps für Pferd und Reiter
• Übersicht
• Teil 1: Einleitung
• Teil 2: Grundlagen I
• Teil 3: Grundlagen II
• Teil 4: Gangreiten I
• Teil 5: Gangreiten II
• Teil 6: Ausblick