In Ehren ergraut: Thor von Kirkjubaer
[18.02.2004 • Autor: Maria Maier]


Dies ist eine kleine Geschichte von einem der ersten reingezogenen Kirkjubaer-Islandhengste in Deutschland, der in den 60er Jahren aus Island importiert wurde. Er wurde 1976 in Island gekört und kam 1978 als 7-jähriger nach Oberbiberg zu Kathrin Berzau. Mit seinen 2/3 Svadastadir-Blut wurde er einer der Stammhengste ihrer Linienzucht.

Thor war auch in Deutschland mehrfach ausgezeichnet und prämiert (z.B. 1980 Siegerhengst und 1 A prämiert bayerische Hengstschau). Er hatte viele hervorragende Fohlenjahrgänge in Island und Deutschland. Auch wurde er ins Eliteregister für seine Nachzucht aufgenommen.


Ich lernte Thor erst kennen, da war er schon ein in Ehren ergrauter Herr. Anfangs verlebte er nach seinen Deckeinsätzen im Sommer, den Herbst und Winter immer noch mit den Junghengsten und Wallachen zusammen im Auslauf. Jetzt ist er schon 32 Jahre alt. Die Unruhe und Raufereien sind ihm nun zu viel. Er lebt jetzt neben den Reitpferden in seinem eigenen Auslauf. Hören tut er nicht mehr ganz so gut, aber er ist sonst noch total fit und sieht auch noch gut aus. Im Sommer hat er nachts die ganze Weide für sich. Manchmal hat er auch noch Unsinn im Kopf. Letztes Jahr erklomm er den Misthaufen, weil die Absperrung nicht eingehängt war, vielleicht in der Hoffnung, etwas besseres als Gras zu finden. (Oder die Aussicht war einfach nur besser!)

Mit der Zeit haben ihn die Zähne im Stich gelassen. Wie bei vielen alten Herren hat er einige verloren und teilweise keine Gegenspieler mehr. Jetzt bekommt er dreimal am Tag Grascobs und Kleiebrei. Darauf wartet er immer ganz sehnsüchtig. Durch die Grascobs bekommt er  im Winter eine richtig grüne Nase! Überhaupt hat er schon ganz schön viele graue Haare bekommen. Vor allen im Gesicht. Heu kaut er noch gerne durch, um es dann  in Röllchen wieder auszuspucken.


Manchmal packt ihn im Frühling auch der Schalk und er fetzt bockend von der Wiese in den Stall. Er bekommt noch ein richtig schönes, kurzes Sommerfell und es ist eine Heidenarbeit, ihm sein dickes Winterfell auszubürsten.

Thor hat ein schönes Rentnerleben. Wenn wir mal Zeit haben, holen wir ihn raus und putzen ihn gut durch. Das genießt er dann richtig. Auch stehen ab und zu Spaziergänge auf der Liste. Das macht ihm auch noch Spaß.

Ich hoffe, dass es ihm noch lange gut gehen wird, denn ohne unser Thorchen würde uns schon was abgehen!








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