Leser-Erfahrung: Zwei wichtige Grundübungen fürs Pferdeleben
[10.03.2004 • Autor: Andrea Below]


"Taktklar"-Leserin Andrea Below ist unserem Aufruf gefolgt und möchte Sie an ihren Erfahrungen mit jungen Pferden teilhaben lassen:

1. Putzen als Vertrauensbasis zwischen Mensch und Pferd:

Wichtig ist meiner Meinung nach das Putzen. Es baut Vertrauen auf, man kann den jungen Isi kennen lernen und kennt bald seine Verhaltensweisen. Doch nicht alle jungen Pferde lassen sich von Anfang an putzen. Deshalb denke ich, dass auch dieses wichtig ist, und da ich schon meine Erfahrungen dabei gemacht habe, möchte ich diese mit Ihnen teilen.

Anfangs ist es am einfachsten, das Pferd mit der Hand zu streicheln. Das am besten am ganzen Körper. Vorsicht an der Hinterhand: Junge Pferde schlagen gerne mal aus! Deshalb lieber erst mit einer Bürste mit möglichst langem Stiel an die Berührungen gewöhnen. Dann lassen Sie das Jungpferd an der weichen Bürste (Kardätsche oder Handschuh) schnuppern, streichen dann damit vorsichtig über das Fell; das machen Sie nach einigen Malen mit etwas mehr Druck, so dass es eher einer Massage gleicht. Später können Sie dasselbe auch mit den weiteren Ausrüstungsgegenständen (Putzzeug) machen.

Mögliche Probleme:

Schnappen, Knabbern, Schubsen:
- erstmal mit einem deutlichen "NEIN"! ermahnen (nicht ins Ohr kreischen!!!)
- dann (wenn es weiter schubst, knabbert...) den Kopf wegdrücken mit "NEIN! LASS DAS!"
- egal, was der junge Isi tut: nicht ausrasten! Schlagen am Kopf führt zu Kopfscheuheit oder Angst vor dem Menschen!
- wenn es wirklich nicht mit konsequenten Wegdrücken hilft und das Pferd ernsthaft nach Ihnen schnappt, sollten Sie sehen, ob Sie ihm wehtun? Üben Sie zu viel Druck aus? Oder überfordern Sie es gar? (Eine Übungseinheit sollte für den jungen Isi nicht länger als 15 Minuten ohne Pause dauern, aber: Schließen Sie jede Übungseinheit mit einem Erfolgserlebnis ab! Machen Sie dann kurz einen Spaziergang, lassen Sie es grasen oder machen Sie am nächsten Tag weiter!)

Unruhiges Stehen, Herumtänzeln:
- mit einem Helfer, der dem Isi vertraut ist; dieser hält den Isi fest, hält ihn still. Sobald Ihr Isländer still steht, loben oder Leckerei - Leckerei sollten Sie sich überlegen, wohlmöglich bettelt Ihr Isländer dann immer oder er bleibt ohne Leckerei nicht stehen.

2. Immer wichtig das Hufeauskratzen!

Auch beim Schmied muss der Isi Hufe geben und das tägliche Auskratzen ist super wichtig!

Zuerst geht man wie beim Putzen vor: über die Hufe streichen, mal anheben und sehr sanft wieder absetzen! Besonders hilftreich sind die Kommandos beim Anheben, wie z.B. "Gib Huf", "Huf" oder Ihre Version, die Sie am besten jedesmal sagen, wenn das Pferd die Hufe geben sollte und Sie sie anheben. Das Anheben ist am leichtesten vom Fesselkopf aus.
Die Hinterhufe aber sind etwas schwieriger. Die haben sich ja hoffentlich an das Berühren von Ihnen (siehe das Putzen, oben) gewöhnt und so heben Sie die Hufe am besten leicht nach vorne an, dann nehmen Sie sie kurzzeitig in Putzposition und stellen sie sanft ab! Immer wieder heben und senken, das immer etwas länger. Vorsicht: Nicht dass Sie den Isi zu lange auf die Folter spannen! Meist können Sie schon nach wenigen Tagen die Hufe auskratzen, und wenn nicht, nicht aufgeben, denn konsequentes Üben hat irgendwann Erfolg! Mit der Zeit findet Ihr isi auch sein Gleichgewicht besser und die Grundlage für die Hufpflege ist für ein Leben lang geschaffen!

Mögliche Probleme:

Schnappen, Knabbern:
- wieder hält der vertraute Helfer  das  Jungpferd fest, indem er den Kopf des Pferdes von beiden Seiten gut festhält; beruhigende Worte und Lob helfen mit der Zeit!                                              


Viel Erfolg und Spaß weiterhin mit Ihrem Isländer!

(Die Autorin haftet für keinerlei Unfälle, die durch diese Übungen entstehen/entstanden sind.)








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